Ich bin - das Bewusstsein. Aufwachen

Das Universum ist vollkommen in seiner Unendlichkeit, seiner unfassbaren Energie und dessen Ausdrucksformen. Wenn man genau hinschaut, sieht man, wie es sich ausdehnt. Die Sterne und Planeten bewegen sich harmonisch in ihren Bahnen um die Fixsterne herum. Manche wachsen und gedeihen, andere vergehen. Sie sterben und gebären neue. Das ist das Prinzip des Lebens. Ihm ist alles unterworfen.
Ich entferne mich nicht und trotzdem zieht es mich zu dem kleinen blauen Planeten mit einer hauchdünnen Schutzschicht, die ihn von den endlosen Weiten trennt. Hier finde ich das gleiche Prinzip. Vollkommenheit, wohin man schaut. Viele unterschiedliche Geschöpfe, die ihre Nester bauen. Große Gemeinschaften, die sich ausdehnen und kooperieren. Die einzelnen Lebewesen werden geboren, wachsen, vermehren sich und vergehen. So sieht es auch auf der Zellebene aus und auf der Ebene der atomaren Teilchen. Es ist ein ewiges System von perfekter Schönheit.
Der Himmel wird blau, die Vögel zwitschern. Sie sind alle gleichzeitig aufgewacht. Das Licht scheint auf die Wipfel der Bäume. Lichter in den Häusern gehen an, die Menschen erwachen. Es ist eine ruhige, friedliche Tageszeit. Menschen drehen sich in ihren Betten noch einmal um. Sie betrachten ihre Welt aus einer anderen Perspektive. Bewegen sich in symbolhaften Bildern, die sie nach dem Aufwachen vergessen oder nicht verstehen werden. Dabei könnten sie daraus so viel lernen.
Ein schriller Ton lenkt meine Aufmerksamkeit in ein abgedunkeltes Schlafzimmer. Durch das geöffnete Fenster fließt kühle Luft hinein. Ein wütendes Grummeln ist zu hören und eine Hand schlägt nach dem Wecker. Cassie erwacht aus einem Traum, der sie ins Klassenzimmer ihrer Jugend zurückgeführt hat. Sie steht ratlos an der Tafel und schämt sich. Wenn sie doch nur die Schönheit ihres Seins sehen könnte, so wie ich es sehe. Ihr Sein scheint durch ihr Verhalten, inspiriert und tröstet andere Menschen, aber sie schaut nur auf ihre Fehler. Aus der Entspanntheit des Schlafs rutscht sie in den Stress ihres Terminkalenders und der zu erledigenden Aufgaben. Sie springt aus dem Bett. Jede Minute zählt. Ich blicke auf das Universum, das sich in einer für Menschen nicht fassbaren Langsamkeit entwickelt. Wenn sie nur wüsste, wie viel Zeit sie hat.
Sie nimmt das Universum nicht wahr, sondern hetzt ins Bad, in die Küche, zur Arbeit. Wenn sie doch nur einmal innehalten und hinsehen würde, wie alles in ihr und um sie herum sich entfaltet. Den ganzen Tag rennt sie, telefoniert, spricht, schreibt, isst hastig, spricht abgelenkt mit den Lieben. Am Abend fällt sie mit bleiernen Gliedern ins Bett. Die Schönheit der Welt ist ihr entgangen. Sie zieht Träume von abfahrenden Zügen und drängelnden Menschenmassen an. Wenn sie doch nur begreifen würde, wie nah das Glück und die Entspannung liegen. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf die Milchstraße, die Vollkommenheit der Schöpfung. Cassie steht ihr in nichts nach.
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