Ich bin - das Bewusstsein. Muster

Muster strukturieren das Universum. Die Galaxien sind sinnvoll angeordnet, das ist für mich, das Bewusstsein, deutlich sichtbar. Die Menschen haben nicht so einen guten Überblick, doch die Sternbilder sind für die meisten gut erkennbar. Ebenso wie die Muster in der Natur, seien es die von Zebras, Rosenblüten oder Tanzschritten. Weniger offensichtlich sind Verhaltensmuster und Körpermuster, die das alltägliche Leben strukturieren und den Menschen Halt geben.

Cassies Alltag läuft gut, ihre Terminplanung funktioniert und sie hat schöne Begegnungen mit ihren Studentinnen und Studenten. Trotzdem ist sie unruhig, schreckhaft und nervös. Als sie etwas an die Tafel schreibt, zittert ihre Hand. Das kennt sie von sich nicht. Sie lenkt ihre Aufmerksamkeit auf das, was sie tut, konzentriert sich auf die Aufgabe und ist ganz bei der Sache.

Als die Vorlesung vorbei ist und die Studierenden den Saal verlassen, ist Cassie noch ganz bei sich und bemerkt ein Ziehen im Bauch. Es kommt ihr wie ein Muskelkater vor, allerdings hat sie keinen Sport gemacht. Wenn sie nur wüsste, was ich weiß. Zwei Situationen von Streit und einem Beinaheunfall haben Spuren in ihrem Körper hinterlassen. Der Schreck hat ihre Bauchmuskulatur verkrampfen lassen und sie hat sich nicht wieder entspannt. Dieses feine Festhalten lässt ihren ganzen Oberkörper etwas nach vorn kippen. Die Schultern fallen einige Zentimeter weiter nach vorn und sie muss den Kopf etwas mehr anheben, um geradeaus sehen zu können. Sie ist sich der Veränderung nicht bewusst, aber ihr Körperbild hat sich dadurch so verändert, dass es auf Dauer zu weiteren Verspannungen kommen kann. Dies ist ein Vorgang, der im menschlichen Körper permanent vorkommt. So entwickeln sich Muster, die Körperhaltung, Beweglichkeit und Gefühle unmerklich beeinflussen.

Cassie ist still geworden. Meine Botschaft ist bei ihr angekommen. Sie bemerkt, wie ihre Bauchmuskeln minimal nach innen gezogen sind. Fasziniert verstärkt sie die Bewegung. Ihre Atmung wird eng, der Bauch hart und die Hüften fest. Plötzlich fällt ihr wieder ein, wie das Auto auf sie zugerast ist. Ihr ganzer Körper ist nun angespannt. Sie hält die Luft an.

Lass los, rate ich ihr. Plötzlich erinnert sie sich an die progressive Muskelentspannung, eine Methode zur Stressbewältigung, die sie vor Jahren praktiziert und dann wieder vergessen hat. Sie spannt den Körper noch mehr an und lässt dann los. Sie erinnert sich an die Drohung eines Studenten vor einiger Zeit. Ihr Bauch wird wieder fest. Sie spannt die Muskeln erneut übertrieben an und lässt dann los. Sie wiederholt das noch ein paar mal, bis ein unvermittelter Seufzer ihr zeigt, dass die Entspannung ihren ganzen Körper erfasst.

Als sie ihre Sachen zusammenpackt, zittert ihre Hand nicht mehr. Die Ruhe ist zurückgekehrt in ihren Körper. Es ist ihr nicht bewusst, aber sie hat ein einschränkendes Bewegungsmuster losgelassen, bevor es sich festsetzen konnte. So hat sie sich für den Moment ihre körperliche und geistige Beweglichkeit zurückgeholt.   

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