Ich bin - das Bewusstsein. Heilung

Das Universum strebt nach Vollkommenheit. Die Natur zeigt uns überall Beispiele dafür. Zehntausend Jahre alte Wasserfälle, Gemeinschaften von Tieren in unwirtlichen Landschaften. Auch in Kunst, Architektur und Musik findet man immer wieder Schönheit und Perfektion.

Auch die Menschen sind für mich vollkommen. Ihr Werden, Gedeihen und Vergehen sind für mich, das Bewusstsein, Ausdruck eines perfekten Zyklus, der seit Jahrtausenden fehlerfrei abläuft. Die Menschen sehen das allerdings anders, sie konzentrieren sich auf Fehler und Störungen.

Cassie ist eine attraktive Mittfünfzigerin, die sich mit Yoga und Joggen fit hält. Sie ernährt sich gesund, versucht ihren Stress zu managen. Jedoch hat sie gerade nicht das Gefühl, dass das viel bringen würde, denn sie sieht nur den Schmerz in ihren Händen. Seit Jahren sind die Knöchel ihrer Finger dick und schwer beweglich. Der Schmerz kommt in Schüben. Der Arzt sagt, es sei Arthrose. Sie fühlt sich zu jung dafür und hat doch das Gefühl, nichts dagegen tun zu können.

Es ist ein herrlicher Sommertag an der Ostsee. Das Meer ist fast still. Cassie sitzt im flachen Wasser und betrachtet ihre Hände unter der Wasseroberfläche. Ihre Fingergelenke sind geschwollen, aber das Meerwasser tut ihr gut. Alles um sie herum fließt. Kleine Wellen platschen an ihre Brust und Arme, das Wasser perlt ab oder rinnt herab. Eine leichte Strömung wiegt ihren Körper hin und her. Sie lässt es zu und hat das Gefühl, dass all ihre Zellen sich bewegen. Nur die ihrer Fingergelenke nicht. Sie widersetzen sich der Bewegung durch das Wasser.

Erstaunt betrachtet Cassie ihre Finger. Meine Bild-Botschaft von den starren Gelenken ist bei ihr angekommen. Sie stellt sich die verkrampften Zellen vor und muss lachen. Sie hält ihre Finger vor ihr Gesicht. Was wollt ihr mir sagen? Was braucht ihr, um wieder fließen zu können? Sie stellt die richtigen Fragen, doch sie wartet die Antwort nicht ab. Sie streichelt ihre geschwollenen Fingergelenke und sieht sie geradezu liebevoll an. So wie sie ihre Kinder getröstet hat, als sie klein waren und sich wehgetan haben. Sie erinnert sich an ihre weichen Hände, mit denen sie Gitarre gespielt hat, damals, vor 30 Jahren. Ist sie schon so alt? Ihre Hände sehen zumindest so aus. Tatsächlich hat sie Probleme damit, älter zu werden. Wollen die schmerzenden Finger sie darauf hinweisen? Sie lässt die Hände durch das Wasser gleiten, so fühlen die Finger sich schwerelos und alterslos an. Sie schließt die Augen und bewegt die Finger im Wasser auf imaginären Gitarrenseiten. Alles geht ganz leicht. Plötzlich hat sie die Vorstellung, wie die Zellen sich erneuern und die Gelenke wieder flexibel werden. Sie ist keine Ärztin, hat keine Ahnung von Anatomie, deshalb lächelt sie bei der Idee, wie ihre Fingerknöchel vom Meer geheilt werden. Dann wird ihr klar, was sie da gerade tut. Lächelnd steht sie auf und geht an Land.

Wenn sie nur sehen könnte, was ich sehe. Sie hat den Weg der Heilung eingeschlagen, ihre Finger sind aufgrund ihrer liebevollen Gedanken etwas abgeschwollen. Doch das bemerkt sie nicht, weil es nicht sein kann. Das ist okay. Ich werde sie bald zu ihrer Gitarre auf den Dachboden führen und dann werden wir erleben, wie beweglich ihre Finger sein können.

 

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