Ich bin - das Bewusstsein. Flow

Die Galaxien bewegen sich seit Jahrmillionen in einem vollkommenen Rhythmus. Die Himmelskörper, die den Menschen bekannt sind, ziehen endlos scheinende Kreise. Für mich, das Bewusstsein, sind es nur Wimpernschläge. Ich kenne das Universum seit Anbeginn, gleichzeitig sehe ich jeden Baumsamen auf der Erde sprießen und jeden Menschen in seiner Entwicklung. Alles ist im perfekten Flow.

Die Menschen können diese Perspektive nicht haben, aber immer mehr von ihnen haben ein klares Bild von der Vollkommenheit um sie herum. Sie erkennen das Wunder, das jedem Wachstum innewohnt. Am deutlichsten ist es bei Kindern, aber auch bei Tieren und Pflanzen. Bei erwachsenen Menschen nimmt man es selten als Wachstum wahr, wenn sie in der Lebensmitte oder dem Alter noch Transformationen durchlaufen.

Cassie ist eine pragmatische Professorin. Sie geht Aufgaben durchdacht, analytisch und strukturiert an. Sie liebt ihren Job, genießt es, Vorlesungen zu halten, Seminararbeiten zu lesen und wissenschaftliche Bücher zu schreiben. Bisher war es immer leicht für sie, die Seminare für das nächste Semester zu konzipieren. Doch gerade bekommt sie es nicht hin. Sie sieht ihre Bücher und die Listen der letzten Jahre durch. Das alles kommt ihr plötzlich inhaltsleer und langweilig vor. Darüber sorgt sie sich. Wenn sie nur sehen könnte, was ich sehe. Sie hat ihre Gedanken weiterentwickelt und die alten Inhalte hinter sich gelassen, deswegen kommen sie ihr unpassend vor. Sie merkt auf. Meine Botschaft ist bei ihr angekommen. Cassie lässt die Gespräche mit ihren Studierenden Revue passieren. Die jungen Leute haben andere Werte, Wünsche, Bedürfnisse und Unsicherheiten als die Generationen vor ihnen. Für sie braucht es andere Inhalte und die wird sie jetzt zusammensuchen.

Cassie nimmt ihr schönes Notizbuch, das sie von einigen Studenten geschenkt bekommen hat, und geht in die Bibliothek. Sie kennt die neuste Forschungsliteratur und sichtet sie nun aus einer anderen Perspektive. Sie sucht nach Texten, die die Welt im Sinne der Quantenphysik beschreiben. Es ist eine abstrakte, ungewohnte Art, die Welt zu betrachten und sich unerklärlichen Phänomenen zu nähern. Das ist genau das Richtige für das nächste Jahr. Sie spricht die Bibliothekarin an. Die beiden sind etwa gleich alt und kennen sich schon lange. Cassie nennt ihr die Bücher, die sie aus dem Magazin bestellen will. „Sie haben wohl ein neues Konzept“, folgert die Bibliothekarin. „Ja. Eine neue Studierenden-Generation braucht neue Inhalte.“

„Die ganze Welt braucht neue Inhalte. Ich werde bei dieser Vorlesungsreihe zuhören, wann immer ich es einrichten kann“, sagt die Bibilothekarin und wird rot. „Sie sind eine tolle Professorin. Wir schätzen uns glücklich, Sie hier zu haben“, fügt sie hinzu und nun wird Cassie rot. Mit diesem Kompliment hat sie nicht gerechnet.

Als die Bücher aus dem Magazin kommen, sichten sie sie gemeinsam. Cassie sortiert Themen und Inhalte. Alles fügt sich zusammen und nach vier Stunden ist sie glücklich. Sie hat ihr Angebot für das nächste Semester zusammen. So will sie die Zeit mit ihren Studierenden und Mitarbeiterinnen verbringen.

 

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