Ich bin - das Bewusstsein. Familienalltag

Das Universum verändert sich ständig. Ich, das Bewusstsein, kann die größte Veränderung, die Supernova, und die kleinste, den Quantensprung eines Elektrons, wahrnehmen. Die Menschen können das alles nur mit Hilfsmitteln beobachten oder mit komplizierten Formeln errechnen. Deswegen bleibt dieses Wunder den meisten Menschen verborgen. Sie erkennen nicht, dass sich alles permanent entwickelt.

Sie bemerken allerdings, wie Pflanzen, Tiere und Kinder durch liebevolle Betrachtung gedeihen. Die Einzelnen könnten viel mehr verändern, wenn sie genauer hinsehen würden, aber aus verschiedenen Gründen vermeiden die meisten das.

Cassie kommt von einem langen Tag in der Uni nach Hause. Als sie die Straße entlanggeht, sieht sie schon die beleuchteten Fenster ihrer Wohnung. Es ist ein vertrautes Bild, das sie in den letzten Wochen vermisst hat. Seitdem die Kinder ausgezogen sind, kommt sie jeden Tag in eine dunkle Wohnung.

Erfreut betritt sie den hell erleuchteten Flur. Die Schuhe und Jacke ihres Sohns liegen achtlos auf dem Boden. Er sitzt im Wohnzimmer auf dem Sofa, der Fernseher läuft, er spielt auf seinem Handy. Mitten im Raum steht seine große, geöffnete Sporttasche. Darin seine schmutzige Wäsche. Sie erstarrt bei dem Gedanken, dass er wegen der Wäsche hergekommen ist. Seit Jahren führen sie einen Kampf um die Arbeiten im Haushalt. Als die Kinder alt genug waren und sie wieder ganztags gearbeitet hat, haben sie die Aufgaben aufgeteilt. Wie oft hat Cassie gesagt, Ich bin nicht eure Haushälterin. Tausende Diskussionen haben sie zum Wäschewaschen geführt, wenn sie alle müde im Wohnzimmer zusammensaßen. Doch sie will die gemeinsame Zeit, nicht mit Diskussionen über die Wäsche verbringen.

Sie atmet ruhig ein und aus, beobachtet ihren Atem. Wenn sie nur wüsste, was ich weiß. Ihr Sohn hat sich in seiner neuen Wohnung einsam gefühlt und ist deswegen zu seiner Mutter gefahren. Die Wäsche hat er als Vorwand mitgenommen. Cassie ist so auf ihren Atem konzentriert, dass diese Botschaft komplett bei ihr ankommt. Erstaunt sieht sie ihren Sohn an, den Jungen, den sie schon sein Leben lang kennt. Er braucht Mama-Liebe, aber das kann sie ihm natürlich nicht sagen. Das will er schon seit Jahren nicht mehr hören. Und sie will ihre Liebe nicht durch Hausarbeit zeigen. Sie setzt sich neben ihn und legt den Arm um seine Schultern.

Er genießt das, will aber cool sein. „Wasch bitte meine Wäsche. Ich habe morgen ein Punktspiel.“

Sie schüttelt langsam den Kopf, während sie ihre Gefühle und seine Bedürfnisse sortiert. „Du kannst herkommen, wann immer du willst. Ich bin immer für dich da, als Mama …“ Den Nebensatz „und nicht als Haushälterin“, verschluckt sie, aber er hört ihn trotzdem.

Nach einigen Augenblicken, die sich wie eine Ewigkeit anfühlen, steht er lächelnd auf, schnappt sich die Sporttasche und geht damit hinaus. Kurz darauf hört Cassie das entfernte Brummen der Waschmaschine. Kurz darauf kommt er zurück. Sie sind beide glücklich und ihr Glück steckt mich an. Ich übertrage es auf ihre ganze Familie, ob nah oder fern.

 

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