Brauchst du Stress?

Brauchst du Stress?

Stress ist das zentrale Merkmal des modernen Lebens. Stress zu haben bedeutet, wichtig zu sein. Oder?

Ich habe immer viel zu tun, komme aber mit meinem Pensum klar. Das klingt allerdings nicht gut. Besser ist es zu sagen: Ich bin im Stress. Denn wenn jemand keinen Stress hat, liegt der Verdacht nahe, er oder sie verweigere sich der Leistungsgesellschaft. Das macht bei vielen keinen guten Eindruck. Glücklicherweise verändern diese Dinge sich gerade.

Viele Menschen üben, weniger Stress zu haben. Wir meditieren, lassen uns coachen, sind achtsam, hören auf unsere Körper. Ich plane meine Aufgaben tageweise, in solchen Paketen, die ich auch schaffen kann. Ich finde es schön, abends zu wissen, dass ich viel zu tun hatte, das meiste geschafft habe und dass morgen auch noch ein Tag ist.

Doch manchmal packt auch mich der Stress. Da ist dieser innere Antreiber, der sagt: Du hast im Urlaub keine Blog-Beiträge geschrieben. Das musst du nachholen. Wie sieht so eine Lücke im Blog denn aus? Und obwohl ich mich bewusst für diese Pause entschieden habe, kriege ich plötzlich Stress. Das geht so weit, dass ich meine Entscheidung in Frage stelle und überlege, ob und wie ich diese „Lücke“ doch noch füllen kann. Das steigert den Stress natürlich doppelt.

Wieso tut dieser innere Antreiber das? Warum kann er sich nicht entspannen? Ich habe mir Urlaub genommen und sollte mich freuen, dass er so schön war. Ich hatte meine Computer-Brille nicht ein einziges Mal auf. Ich hatte sogar vergessen, dass ich überhaupt eine Brille brauche. Es fiel mir bei der Abreise auf, als ich das Rechnungs-Formular nicht lesen konnte.

Dabei war ich im Urlaub sehr geschäftig. Wir sind jeden Tag herumgefahren, haben Städte besichtigt, Golf gespielt. Die Entspannung kam auf, weil ich nicht eine Sekunde an meinen Job oder meinen Alltag gedacht habe. Mein Körper hat sich allerdings nicht ausgeruht.

Zurück in Berlin gönne ich mir als Ausgleich zum Job mehr Ruhe, doch mein Körper scheint mir einen Strich durch die Rechnung zu machen. Dieser unnötige Stress um meinen Blog macht etwas mit meinem Körper und meinem Geist. Sobald der innere Antreiber sich meldet, fährt mein System hoch. Mein Herzschlag wird schneller, das Gehirn arbeitet auf Hochtouren, meine Zellen vibrieren geschäftig. Es fühlt sich bekannt an, lebendig und aufregend. Das mag ich. Sorgt diese innere Stimme dafür, dass ich auf meinem gewohnten Anspannungs-Level bleibe? Brauche ich diesen Stress, um mich lebendig zu fühlen?

Ich hörte schon von Leuten, die von Stress abhängig sind. Das ist bei mir vermutlich nur in einem kleinen Rahmen der Fall. Das merke ich zum Beispiel in Meditationen. Ich mag am liebsten die, bei denen ich mich bewegen kann. Wenn ich ganz in die Stille gehen oder meinen Körper ausblenden soll, steigt meine Anspannung, und aus ist es mit dem Meditieren.

Offenbar brauche ich diese Lebendigkeit in meinem Körper. Muss ich also mit dieser Anspannung leben? Kann mein Körper nie die in Meditationen angesprochene Ruhe erleben?

Vermutlich müsste ich ein Gefühl von Entspannung entwickeln, das sich gleichzeitig anregend anfühlt. Keine Ahnung, wie das geht.

Hast du eine Idee? Wie gehst du mit Stress um? Schreib es in die Kommentare.

 

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Kommentar von Corinna |

Entspannung, anregende Gefühl?
Sex hilft!

Antwort von Alexandra Kusche

Ein guter Hinweis! ;-)

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