Brauche ich eine Therapie?

Es gibt eine Zeit in meinem Leben, die ich nicht allein verarbeiten konnte.
Für die Blogparade des „Klopf-Kongresses“ schreibe ich darüber, denn die Geschichte ist lehrreich und hat ein Happy End.
2006, als alle das Sommermärchen feierten, zog ich mir eine harmlose Venenverletzung zu.
Durch verschiedene Faktoren führte das bei mir zu einer Thrombose.
Dank aufmerksamer Ärzte bekam ich die richtige Diagnose und wurde geheilt.
Zu der Zeit bekam ich massive Ängste.
Vor einer erneuten Verletzung, vor den unmerklichen Vorgängen in meinem Körper, davor, an Komplikationen zu sterben.
Mein Körper war im Alarmzustand. Ich hatte Herzrasen, hohen Blutdruck – über Wochen.
Irgendwann verschrieb meine Ärztin mir Tabletten „zur Beruhigung“.
Doch das ist nicht mein Ding. Ich brauchte eine andere Lösung.
Ich hatte kurz zuvor mit EFT („Emotional Freedom Techniques“) auch Klopfakupressur genannt, meinen Heuschnupfen „geheilt“ (mehr dazu hier).
Die Anleitung war kurz: Verbinde dich mit dem Gefühl und klopf eine Reihe von Meridianpunkten mit den Fingerspitzen.
Das war leicht für mich, denn die Angst war immer da.
Auf einer Skala von 0-10 war sie ständig auf 6.
Doch sobald ein Zwicken mich ängstigte, ging meine Angst auf 10.
Es fühlte sich an wie: „Ich muss sofort in die Notaufnahme!“
Das Klopfen brachte die Angst runter auf eine 5 („Ich habe Angst, aber ich bin handlungsfähig“).
So kam ich irgendwie durch meinen Alltag.
Nach einem halben Jahr war ich offiziell geheilt, aber die Ängste gingen nicht weg.
Ich war ständig auf einer 4 (ängstlich, unkonzentriert). Zu viel für ein normales Leben.
Fortan klopfte ich jeden Tag mehrmals.
Ich verarbeitete die Umstände der Verletzung, die Diagnosen, die körperlichen Beschwerden.
Inzwischen sind all diese Ängste im Alltag auf Null.
Ich lebe ruhiger und achtsamer als vor der Verletzung.
Das Klopfen habe ich als Gewohnheit beibehalten.
Meistens klopfe ich, um Ziele zu erreichen, positive Gefühle zu verstärken oder neue Wege zu gehen.
In den letzten Tagen habe ich viel geklopft, weil ich beim Schreiben dieses Artikels die Angst von damals erneut gespürt habe.
Außerdem fehlte mir der Mut, ihn zu veröffentlichen. Ich war besorgt, euch zu viel zuzumuten, alte Freunde und Bekannte zu erschrecken, mich selbst angreifbar zu machen.
Doch ich habe auch diese Ängste und Sorgen überwunden.
Ich brauche keine Therapie. Mit Klopfakupressur / EFT habe ich meine eigene immer in den Fingerspitzen.

Wie gehst du mit Ängsten um? Schreib es in die Kommentare.

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Kommentar von Corinna |

Wenn es hilft, ist es richtig!

Antwort von Alexandra Kusche

Danke Corinna!

Kommentar von Britta |

Vielen Dank für deine Offenheit! Ich bin sicher, die kann vielen (Frauen?!) helfen, mit ihren eigenen Ängsten besser umzugehen. Allein zu sehen, dass es bei dir möglich war, so eine Veränderung herbeizuführen macht doch wirklich MUT!

Antwort von Alexandra Kusche

Das freut mich sehr, Britta! Danke!

Kommentar von Stela |

Vielen Dank, liebe Alexandra für deinen Beitrag. Ich kann mich mit deiner (ehemaligen) Situation sehr gut identifizieren. Bei mir war ein Fall vor 2 Jahren, wo ich von Überbelastung und Dauerstress fast zusammengebrochen bin und seitdem habe ich immer diese Angst (so wie du schreibst bei einer Skala von 5-6), dass ich umkippen könnte oder mir schlecht wird, obwohl es mir NIE passiert ist und der grösste Paradox ist, dass ich weiss, dass es nicht passieren wird, aber die Angst ist da und hat mich wie im Griff. Ich klopfe dann mehreren Runden bis es weniger wird und mich (teilweise) von dieser Angst befreie. Aber es hilft mir immer für den Moment oder den Tag und nicht langfristig, dass es total verschwindet. Ich bleibe am Ball, dein Artikel hat mir Hoffnung gegeben, dass es möglich ist, diese Angst zu "heilen" und ich "normal" wieder werde wie ich früher war:)) Wünsche Dir alles Gute.
Liebe Grüsse aus der Schweiz. Stela

Antwort von Alexandra Kusche

Liebe Stela,

ich drücke dir die Daumen, dass du die Ängste auch langfristig überwinden kannst. Ich glaube an dich.

Liebe Grüße

Alexandra

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